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Glanvell-1280
1908 Wolf-Glanvell-Hütte © www.cartolinedairifugi.it
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Glanvell-1280
1908 Wolf-Glanvell-Hütte © www.cartolinedairifugi.it

Wolf-Glanvell-Hütte

Diese Schutzhütte wurde nach dem österreichischen Pionier des Alpinismus und begeisterten Dolomiten-Kletterer Viktor Wolf Edler von Glanvell benannt, der mit grosser Weitsicht 1904 in dieser Zeitschrift den Bau einer Hütte im Travenanzes-Hochtal im Hinblick auf die touristische Entwicklung der Berge Fanis und Tofana forderte.

Auch die kurze Geschichte dieser Schutzhütte ist eng mit der Alpinismusgeschichte verbunden, eine Geschichte, die von Menschen, Felsen und Errungenschaften erzählt. Von hier aus eroberten Adolf Deye und Dr. Oskar Schuster 1913 die sehr hohe Nordwestwand der Tofana III. In den Jahren 1915-16, als die Hütte bereits durch ein Kanonenfeuer zerstört worden war, wurden Kriegsrouten wie der Felsturm Torrione Cantore vom Nordsattel aus (Emanuele Celli und Giuseppe De Carlo) sowie der Camino degli Alpini auf der Tofana di Rozes (Ugo di Vallepiana und Joseph Gaspard) begangen.

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Wolf Glanvell Hütte gegen Tofana © J Werth Olang, archivio Roberto Vecellio

Während des Ersten Weltkriegs wurde die Wolf-Glanvell-Hütte, die bis dahin als Hauptquartier des Militärkommandos und Verbandsplatz diente, durch Beschuss der italienischen Artillerie am 1. August 1915 zerstört und nie wieder aufgebaut.

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Wolf Glanvell Hütte © Breviglieri, archivio Roberto Vecellio

Während der Errichtung der Schutzhütte Wolf-Glanvell hatte der Hüttenwirt, Luigi Gillarduzzi Minighèl von Beruf Schmied, die geniale Idee, in der Nähe eine Treppe gen Himmel zu bauen und so eine 150 Meter hohe vertikale Wand zu überwinden, um in das große, tiefe Masarè-Tal am Fuße der Tofana di Rozes führt.

Es handelt sich hierbei um eine Art Treppe mit 270 quer angebrachten Eisenstiften, wobei alle Felsbohrungen von Hand vorgenommen wurden. Hiermit hat er de facto den ersten gesicherten Klettersteig der Dolomiten realisiert.    

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© archivio CAI Cortina

Während des Krieges wurde dieser Steig bis Ende der 50er Jahre Ferrata unbegehbar gemacht.

In den 60er Jahren wurde diese Via Ferrata wieder instand gesetzt und mit einem Sicherungs-Stahlseil versehen.

Der Klettersteig Scala del Minighel ermöglicht es weiterhin, von Val Travenanzes aus zum Bergjoch Forcella Fontananégra zu gelangen und gestattet die Umrundung der Tofana di Rozes mit der Dibona-Hütte als Stützpunkt und Einkehrmöglichkeit.

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Sciara del Minighèl, ripristino luglio 1958 @ archivio CAI Cortina