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Castello-di-Andraz
Photo by Roberto Casanova
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Castello-di-Andraz
Photo by Roberto Casanova

Die Burg Andraz und die Eisenstraße

Jenseits vom Falzarego-Pass in Richtung Alleghe liegt eine der ältesten Burgen der Dolomiten: Die Burg Andraz, auch Schloss Andraz oder Schloss Buchenstein genannt.

Sie wurde 1027 auf einem großem erratischen Felsblock erbaut und diente der Sicherheit der Gießereien und der Eisenstraße, auf der das in den Minen des Monte Pore gewonnene Eisen transportiert wurde.

Das Rohmaterial wurde in der Burg einer ersten Bearbeitung unterzogen und daraufhin nach ganz Europa exportiert.

Die Qualität des Eisens war so hervorragend, dass man es für die Herstellung kostbarer Schwerter verwenden konnte.Diese wurden sogar in Schottland während der Aufständen des 13. Jahrhunderts eingesetzt, von denen  Mel Gibsons Film "Braveheart" erzählt.

Als sein Leben in Gefahr war, lebte der Philosoph Nikolaus von Cues, Fürstbischof von Brixen, viele Jahre lang im Schloss Buchenstein.

Seit kurzem restauriert und mit den modernsten Techniken verschönert, fügt sich  dieses Schloss auf faszinierende Weise in das Landschaftsbild ein und bereichert es durch die Atmosphäre längst vergangenen Zeiten.

In unmittelbarer Nähe der Burg Andraz, an der Großen Dolomitenstraße, liegt das Hotel & Restaurant La Baita.

Die Küche verführt die Gäste mit den traditionellen Gerichten der Dolomiten, die so weit wie möglich mit in der Provinz  Belluno angebauten Produkten wie Bohnen und Gerste aus Lamon zubereitet werden.

Nikolaus von Kues

Nikolaus Krebs von Kues (latinisiert Nicola Cusanus) wurde 1401 in Cuez geboren, eine kleine Stadt an der Mosel, in der Nähe von Trier. Er galt als eine der gebildetsten Persönlichkeiten seiner Zeit und war ein unermüdlicher Reformator der Sitte und Moral. Im Schoß der Kirche war er sehr aktiv, er leitete sogar eine Delegation, die in Konstantinopel für die Vereinigung der katholischen und orthodoxen Kirchen eintrat.

Im Jahr 1450 wurde er zum Bischof von Brixen ernannt. Da er den Gifttod fürchtete, zog er sich hinter die Mauern von Andraz zurück. In der Tat schmiedeten seine zahlreichen Feinde heimlich Komplotte.

Allen voran der Herzog Siegmund von Tirol und Erzherzog von Österreich, der nicht nur den  Fürstbischof aus seinem Land verbannen wollte, sondern auch Beschützer von Verena von Stuben, Äbtissin des Klosters Sonnenburg war.
Hinsichtlich der feudalen Rechte Antagonist des Bischofs, war er gegen jegliche Reform der klösterlichen Regeln.

Der Bischof kollidierte auch mit dem Kloster Neustift, das vorgab, dank einer Schenkungsurkunde von Friedrich I., genannt Barbarossa, seit 1177 Besitzer der Eisenminen zu sein.
Geschützt von den Schlossmauern, führte er von 1454 bis 1460 unermüdlich sein Werk als Reformator und Förderer des Kirchenrechts fort.

Nikolaus von Kues war Philosoph, Humanist, Astrologe und auch Erfinder des Kugelspiels „De ludo globi, vom Spiel der Welt”. In diesem Spiel bewegt sich eine Kugel unkontrolliert zwischen geordneten Welten und dem Chaos und symbolisiert die Epoche um 1500 mit all ihren Widersprüchen: Frömmigkeit und Aberglaube, humanistische Kultur und barbarisches Unwissen, altes und neues Menschenbild, Judenhass und Hexenwahn.

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Photo by Roberto Casanova