| IT | | EN |
| IT | | EN |
logo Delicious Cortina
Inaugurazione
Rifugio Barbaria, inaugurazione 2.9.1901 © Tatiana Toscani
| IT | | EN |
| IT | | EN |
logo Delicious Cortina
Inaugurazione
Rifugio Barbaria, inaugurazione 2.9.1901 © Tatiana Toscani

Barbaria-Hütte - Reichenberger Hütte - Rifugio Croda da Lago Gianni Palmieri

400-2
© Gruppo Guide Alpine Cortina

Seit den Anfängen des Alpinismus  war dieses Gebiet Schauplatz großer Unterfangen.
Bereits 1872 hatte William E. Utterson Kelso mit Santo Siorpaes den kleinen Becco di Mezzodì bestiegen; 1884 haben Loránd Eötvös und Michel Innerkofler die Via Comune auf dem Berg Croda da Lago angelegt; 1895 nahmen Leone Sinigaglia, Zaccaria Pompanin und Angelo Zangiacomi die Nordwand in Angriff, die später eine klassische Route wurde. Auf dem Becco di Mezzodì eröffneten Bortolo Barbaria und Giuseppe Menardi mit Francesco Berti e Lodovico Miari 1908 die schwere Route Camino Barbaria.

Nach dem Bau der Hütte im Jahr 1901, und insbesondere in den 1920er und 1930er Jahren, bot sich ihren mutigen Nachfolgern eine einladende Schutzhütte für Rast und Einkehr an.

Barbaria-600
1901 Barbaria-Hütte © archivio B. Lacedelli

Obwohl die Hütte gut besucht war, blieben die erhofften Einnahmen hinter den Erwartungen zurück und so beschloss der Inhaber und Hüttenwirt Giovanni Barbaria nach 4 Jahren, das Gebäude zum Verkauf anzubieten.

Als die 200. Sektion des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins (D.u.Oe.A.V.) Reichenberg erfuhr, dass die Barbaria-Hütte an der Croda da Lago zum Verkauf stand, wurde bei der Jahreshauptversammlung am 11. Januar 1905 der Kauf einstimmig beschlossen.

Mitteilungen des D.u.Ö. Alpenvereins Jahrg. 1995„Nach Beendigung der im Zuge befindlichen Bauherstellungen wird die Hütte im Erdgeschoße einen Vorraum, ein Führerzimmer, eine Küche mit anstoßendem Kellerraum, das beträchtlich erweiterte, mit Zirbelholz vertäfelte Gastzimmer und eine geräumige Veranda erhalten; im Obergeschoß bieten 4 Zimmer mit je 2 Betten und ein für 4-6 Personen eingerichtetes Matratzenlager eine bequeme Unterkunft für 12-14 Touristen.“

600
© www.cartolinedairifugi.it

Vergrößert und mit einer für die damaligen Verhältnisse sehr modernen Einrichtung ausgestattet, wurde die Hütte im August 1905 eingeweiht, mit dem Namen "Reichenberger-Hütte" feierlich eröffnet und dem Ehepaar Lacedelli als Pächtern anvertraut.

Die Hütte wurde im Laufe der Jahre so gut besucht, dass ein Erweiterungsbau beschlossen werden musste.

Die feierliche Eröffnung war für den 22. August 1914 angesetzt, wurde jedoch aufgrund des Kriegsausbruchs abgesagt und die Hütte wurde Ende Juli 1914 geschlossen.

Reichenberger-RV
© Photoglob Zürich, archivio Roberto Vecellio

Als Italien 1915 in den Krieg eintrat, wurde die gesamte Ampezzaner Talmulde geräumt, die Hütte verlassen.
Nach dem Abzug der Italiener am 5. November 1917 wurde die Hütte ausgeplündert, der Bau blieb jedoch unbeschädigt.

Aufgrund der territorialen Veränderungen nach dem Kriegsende wurde die Reichenberger-Hütte enteignet und 1920 der Sektion Cortina des italienischen Alpenvereins (CAI) zugewiesen, die ihren Namen in "Croda da Lago" änderte.

1923 wurde sie unter der Leitung des Ehepaars Achille Toscani und Vittoria Zardini wiedereröffnet.

Während des Zweiten Weltkriegs stationierte 1944 eine deutsche Besatzungstruppe in dieser Hütte und beschädigte sie.

1946 wurde sie wieder eröffnet und von Marcello Siorpaes, dem Enkel des berühmten Bergsteigers Santo Siorpaes, dem Eroberer des Becco di Mezzodì, bewirtschaftet.

Croda-Lago

Infolge einer großzügigen Finanzierung der Familie Palmieri zum Gedenken an ihren Sohn, ein mit goldener Tapferkeitsmedaille ausgezeichneter  Partisanenkommandant, wurde 1948 der Name "Gianni Palmieri" dem Namen "Croda da Lago" hinzugefügt.

1994 wurde die Hütte dem Bergführer und "Scoiattolo" Modesto Alverà anvertraut, der sie noch heute mit seiner Frau Monica Molin und ihren Kindern bewirtschaftet.